Gedicht einer Frau:

Müde bin ich, geh zur Ruh,
mache meine Augen zu.
Lieber Nikolaus bevor ich schlaf,
bitte ich Dich noch um was.
Schick mir mal 'nen netten Mann,
der auch wirklich alles kann.
Der mir Komplimente macht,
nicht über meinen Hintern lacht,
mich stets nur auf Händen trägt,
sich Geburtstage einprägt,
Sex nur will, wenn ich grad mag
und mich liebt wie am ersten Tag.
Soll die Füße mir massieren
und mich schick zum Essen führen.
Er soll treu und zärtlich sein
und mein bester Freund obendrein.

Gedicht eines Mannes:

Lieber Nikolaus,
schicke mir eine taubstumme Nymphomanin, die einen Getränkehandel besitzt und Jahreskarten fürs Stadion hat.
... Und es ist mir sch***egal, ob sich das reimt oder nicht!

 

 

 
Froschkönig

Im Leben traf ich viele Frösche,
sie zogen ein und wieder aus,
doch jeden den ich einmal küsste,
dem gab ich Platz im Schmerzloshaus.

Nicht jeder Frosch war auch ein König,
so spielt das Leben nun einmal,
ich wollte aber keinen missen,
stünd heut ich vor der gleichen Wahl.

So gab es auch viele Prinzen,
die ich geküsst in dunkler Nacht,
oft blieb nichts übrig als die Trennung,
hab still geweint und dicht gemacht.

Nach einer Zeit der Wut und Trauer,
da nahm ich mir ihr Bild zur Hand,
küsste zart den falschen Prinzen,
und löste auf das Schmerzensband.

Im Herzen darf als Prinz er wohnen,
denn wir genossen ja mal Glück,
warum sollt ich mit Hass bestrafen,
nur weil er ging aus freiem Stück.

Am Teich da sassen viele Frösche,
gar manchen nahm ich mit nach Haus,
oft passte er nicht in mein Leben,
so blieb die Trennung dann nicht aus.

In meiner Hand die goldne Kugel,
ich achte drauf das sie nicht fällt,
hab längst gefunden meinen König,
er ist der beste Frosch der Welt.

©Ute Anne Marie Schuster

Bummerang

War einmal ein Bummerang;
war ein weniges zu lang.
Bummerang flog ein Stück,
aber kam nicht mehr zurück.
Puplikum - noch stundenlang -
wartete auf den Bummerang.

Joachim Ringelnatz







Der Vogel

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
die Krallen scharf, die Augen gluh.
Am Baum und immer höher
kommt er dem armen Vogel näher.

Der Vogel denkt:
Weil das so ist .. und weil mich doch der Kater frisst,
so will ich keine Zeit verlieren,
will noch ein wenig tirilieren..
und lustig pfeifen wie zuvor,
der Vogel scheint mir, hat Humor.

Wilhelm Busch




 

 

Kurschatten

Müde schleich ich durch den Park,
geschwächt von Knäckebrot und Quark:
Die Füße sind so schwer wie Blei
als ob ich hundert Jahre sei.
Vor Wochen war ich noch ganz munter.
Heut rutschen mir die Hosen runter;
verschwunden ist die Lebenskraft,
all’ meine Glieder sind erschlafft.
Und was sonst mein ganzer Stolz,
hängt an mir wie morsches Holz;
zaghaft tret ich hinter’n Baum,
ich traute meinen Augen kaum.
Was einst in voller Blüte stand,
liegt nun wie tot in meiner Hand.
Ich wage nicht, daran zu denken,
mich irgendeiner Frau zu schenken.
Von Lust und Liebe keine Spur
Das sind die „Schatten“ einer Kur.

Verfasser unbekannt!

 

Himmelsstürmer!

Einst wollt ich den Himmel erstürmen
und träumte von herrlichen Höh´n.
Es ist bei den Tälern geblieben,
auch Täler sind unheimlich schön!

Verfasser unbekannt!
 
Vaterland

Vaterland und Muttersprache, ist das nicht ein Widersinn?
Als ich dies als Kind bemerkte, eilte ich zur Mutter hin.
Und ich stellte ihr die Frage, im geringen Wissensstand ..
warum nennt man Mutterprache, was man spricht im Vaterland?
Sprach die Mutter auf mein Fragen .. was hat Vater schon zu sagen!

 

Verfasser unbekannt!
 

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